Der Kongress der IFR im Mai 2011 in Moskau brachte wichtige Neuigkeiten.
In der Vergangenheit war die Tagesordnung meistens auf verwaltungstechnische Punkte beschränkt, aber jetzt bläst wirklich ein neuer Wind durch die Rottweiler-Welt und dieses wird von allen IFR-Mitgliedsländern unterstützt. Die Vorstellungen, die 1969 zur Gründung der IFR führten haben niemals ihre Wichtigkeit oder Aktualität verloren. Diese gleichen Vorstellungen wurden nun auf die Tagesordnung gesetzt, nicht als ein ruhiger steriler Hintergrund von Diskussionen, sondern als aktueller Punkt, der endlich in die Tat umgesetzt werden oder zumindest angestrebt werden soll. Der Kongress wies nachdrücklich auf die wahre Meinung und Aktualität der Ziele der Internationalen Kooperation und Verantwortung aller Zuchtvereine bezüglich der Rasse und die Notwendigkeit und Verpflichtung zu versichern, dass weltweit das Züchten von Rottweilern die Rasse in all ihren Aspekten respektiert.
Streng im Einklang mit der IFR-Konvention, nach einer Präsentation und offenen Diskussion wurde einstimmig beschlossen, dass zukünftig - neben der Verpflichtung, Wesenstests durchzuführen - alle Mitgliedsvereine minimale Zuchtregeln haben müssen. Diese Regeln müssen Punkte enthalten, die die Gesundheit betreffen, und mindestens eine HD-Auswertung aller Hunde, bevor sie zur Zucht eingesetzt werden. Zur Zeit ist dieses noch keine Verpflichtung in allen Ländern oder Vereinen.
Nicht weniger wichtig ist sicherlich, dass die Zuchtregeln zukünftig eine Zuchttauglichkeitsprüfung beinhalten! Das Züchten von Rottweilern kann und darf nicht ohne Verantwortung erfolgen!
Die Konstitution der IFR, unterstützt von all ihren Mitgliedern, betrachtet es von höchster Wichtigkeit, Bemühungen einzuführen oder zu intensivieren, dass nur mit selbstsicheren Hunden, mit ausgewogenen Nerven und ausreichend hoher Reizschwelle gezüchtet wird. Dieses kann nur in der obligatorischen Organisation von Zuchttauglichkeitsprüfungen ermittelt werden.
Gewünschte und unerwünschte Wesenseigenschaften müssen in den Zuchttieren erkannt und berücksichtigt werden, welches nur durch aktive Prüfung auf Vorhandensein oder Nichtvorhandensein dieser Charakterzüge geschehen kann.
Über Form und Inhalt dieser Tests entscheiden die Vereine selbst, jedoch sollten sie auf die Ziele und Erhaltung der ursprünglichen Eigenschaften des Rottweilers ausgerichtet sein, das heißt vertraute Charaktereigenschaften, soziales Verhalten in der Familie und Gesellschaft, aber immer noch mit der Befähigung zum Gebrauchshund.
Mit allen Mitgliedsländern wurde inzwischen Kontakt aufgenommen und um Informationen zu bestehenden Zuchtregeln und Prüfungen gebeten. Diese Informationen werden zusammen gefasst, ausgewertet und beim nächsten Kongress der Delegierten in Dänemark vorgelegt. Das erlaubt eine Diskussion in Richtung mehr Homogenität und hohe Übereinstimmung in Fragen zur Gesundheit.
Es bleibt außer Frage, dass für die vorgenannte Zusammenfassung die Zusammenarbeit des Deutschen Rottweiler Klubs gesucht wird, welcher der Hüter des FCI-Rassezuchtstandards und die für den Rassestandard zuständige Organisation ist.
Ich bin überzeugt, dass die Entscheidungen, die im Mai 2011 am Kongress getroffen wurden, die Wichtigkeit bestätigen, wenn zukünftig alle Klubs und angeschlossenen Züchter ihre Aufgaben und Verantwortung für die Rasse ernst nehmen.
Dirk Vandecasteele
Vize-Präsident IFR |